E inen Film markieren für eine teilweise separate Entwicklung  - Aufklebermethode

Der Fotograf mit der technischen Kamera hat’s manchmal gut! Neben den vielen Verstellmöglichkeiten hat er den großen Vorteil, dass er immer nur ein Negativ gleichzeitig entwickeln kann. Sowohl Filmtyp als auch Belichtung und Entwicklung können dabei für jedes einzelne Motiv individuell bestimmt werden. Beim 120er Rollfilm sind schon 12 Bilder auf einem Film. Aber auch das ist noch recht überschaubar.

Der Kleinbildfotograf hat meist einen 36er Film drin. Beispiel: einen 36er SW-Film in der Kamera; die erste Serie Fotos gestern gemacht, bei strahlender Sonne, hohe bis sehr hohe Kontraste. Kontrastbewältigung mittels Überbelichtung (z. B. zwei Blenden) - später ist eine verkürzte Entwicklung geplant; das ergibt gut druckbare Negative mit normalem Kontrast. Doch dann letzte Nacht: es hat kräftig gefroren, dichter Nebel, dicker Reif überall. Tolle Motive - aber eben ein sehr niedriger Kontrast! Unterbelichtung und längere - also kontraststeigernde - Entwicklung angesagt.

Es gibt zwei Möglichkeiten:

1. sich merken wie viel Aufnahmen gemacht wurden, Film zurück spulen in die Kassette (Anfangslasche sollte jedoch draußen bleiben!) und alle wichtigen Angaben zu Anzahl, Art und Technik der Aufnahmen und geplanten Entwicklung dieses Films gut notieren! Und den Film wieder einsetzen, wenn demnächst gleichartige Aufnahmen gemacht werden sollen. Nur wann ist das?

2. Auch kann der belichtete Teil abgeschnitten und separat entwickelt werden. (am nicht belichteten Filmrest eine neue Anfangslasche schneiden, damir isr dieser wieder einsatzbereit) Nur wo muss man schneiden? Die unten beschriebe Methode hilft dabei - aber dann kann man auch sofort den ganzen Film in der Kamera belassen und weiter fotografieren, den vollständig belichteten Film (auf unten beschriebene Weise markiert - erst nach vollständiger Belichtung - für die unterschiedliche Verarbeitungen im Labor schneiden (bei 110-prozentiger Dunkelheit!!). Diese bezeichne ich mal als die “Aufklebermethode”

Vorgehensweise Aufklebermethode:

  1. Mache nach der jeder Serie zuerst eine extra “blinde”Aufnahm*, wobei das Objektiv abgedunkelt ist (Objektivdeckel).
  2. Schalte die Kamera in “B”- position (Langzeitbelichtung) damit der Verschluß geöffnet bleibt beim unter 4. beschriebenen, späteren Auslösen.
  3. Entferne das Objektiv, lass den Objektivedeckel drauf.
  4. Drücke den Auslöser, und halte diesen gut fest!  Jetzt kann man durch die vordere Kamera-öffnung den Film sehen! In der anderen Hand solltest Du schon einen kleinen Aufkleber parat haben.
  5. ( ACHTUNG: wenn Du jetzt den Auslöser nicht gut eingedrückt hältst und der Verschluß schliessen sollte während Dein Finger sich noch in der Öffnung befindet, kann sowohl Verschluß als Spiegel beschädigt werden!!! Eine sehr teure Angelegenheit! Für jegliche Fehler Deinerseits in irgendeinen Schritt bei dieser Arbeitsmethode übernehme ich deswegen keinerlei Verantwortung/Haftung! vorher unbedimgt “trocken” üben !! ) >>> Klebe mitte auf den sichtbaren Filmabschnitt einen kleinen Aufkleber gut und vollständig fest, damit dieser sich nicht ablösen und im Verschluß landen kann!
  6. Lass den Auslöser erst dann los wenn Dein finger das Kameragehäuse wieder vollständig verlassen hat.
  7. Objektiv mit Objektivdeckel an die Kamera befestigen und noch eine “blinde” Aufnahme* machen. *Diese “blinden” Aufnahmen dienen dazu, die wichtigen Negative vor unerwünscht eintretendem Licht zu schützen.
  8. die nächsten Fotos / nächste Serie kann belichtet werden.

Ist der Film vollstandig belichtet und soll der Film entwickelt werden, kann an Hand der Aufkleber (im Dunklen!) gefühlt werden wo die jeweiligen Serien enden/anfangen. Genau beim Aufkleber wird der Film geschnitten und erhält die für den betreffenden Teil notwendigen Entwicklung! Wichtig: merken welches Filmstück wo abgelegt /aufgehängt wurde damit alle die richtige Behandlung erhalten!! Jetzt muss jeder Streifen (z. B. 5 je Film beim Eichtest) einzeln entwickelt werden!

Diese Methode kann angewandt werden, wenn mann auf einem Film verschiedene Lichtsituationen einfängt, die eine unterschiedliche Entwicklung brauchen, wie beim Eichtest oder extreme Lichtsituationen der Fall ist.

© FotoFrans